Sonntag, 12. August 2012

ggggg hhhhh gghhhhgggggg


Die Kaffeetasse steht auf dem Tisch. Die Zigarette ist längst verglüht, dass er das letzte mal daran gezogen hat ist Tage her. Sein Kopf liegt ruhig auf der Tastatur. Der Akku ist leer. Bevor das geschah, da lag er auf dem g ud auf dem h, und tippte. Natürlich liegt er da immer noch. Man sieht es nur nicht mehr auf dem Bildschirm. Es war wohl Ironie des Schicksals, denn er hatte lange nicht mehr getippt. Schreibblockade. In den letzten Sekunden seines Lebens hatte sie sich gelöst. Wenn es auch nur für einen wirren und sehr langen Strang aus gs und hs gereicht hatte. Bei ständigem Tastendruck über 4 Stunden und 47 Minuten, denn so lange hatte es gedauert bis der Akku leer war, schafft man 67.891 Zeichen. Aber das wusste er ja nicht, denn er lag immer noch auf dem g und dem h, und wenn nicht bald einer käme um dies zu bemerken, dann würde der Zahn der Zeit wohl dafür sorgen, dass er dort zerfiel. Sofern der Computer nicht vorher zerfiel, aber wer weiß schon was vergänglicher ist, Mensch oder Maschine.
Hätte er damals schon gewusst, dass so sein Ende aussähe, dann wäre er wohl kaum dorthin gegangen. Man konnte es ihm im Nachhinein zwar nicht verdenken, dass er so gehandelt hatte, aber bereuen die Menschen nicht immer, dass sie zu wenig gelebt haben? Auf seinem Totenbett ärgert sich kaum einer, dass er nicht mehr gearbeitet hat, es sei denn er leistete einen wahren Dienst an der Menschheit, den sich jeder, im Grunde genommen, auch schenken kann, denn mal ehrlich. Nicht geleistete Dienste stehen schließlich nirgends geschrieben. Keiner sagt einem doch hinterher "Wenn du und die Elisabeth damals nicht in den Flitterwochen gewesen wärt, dann hättest du in dieser Zeit ein Mittel gegen Aids gefunden. Aber blöd, ihr wart ja nicht da, und diese eine Ratte aus deinem Labor, die der Schlüssel war, die war dann schon tot als du wiederkamst. Ungünstig gelaufen, aber mach dir nichts draus. Der, der Aids besiegen wird wird in 5 Jahren geboren, und die paar Jahrzente hält die Menschheit schon noch durch." Weiß man ja alles nicht. Dann kann man doch wenigstens die Flitterwochen genießen.

Sagen

Was ich dir alles sagen will.
Dass ich es liebe, wenn du lachst. Wenn du ganz laut lachst, dann geht die Sonne auf, und auch mein Herz. Wenn du den Kopf in den Nacken legst und so wunderschön aussiehst, weil das Glück dich überwältigt und weil die Welt so wunderschön ist. Für einen Moment, ist dann auch meine Welt so wunderschön.
Dass mein Herz stehen bleibt, wenn du erzählst. Dass der Klang deiner Stimme alles in mir zum Erliegen bringt, weil du so sanft sprichst, weil so viel Wärme in dir ist, die ich in mich aufsauge. Durch meinen ganzen Körper geht es, wenn du auf diese eine Weise mit mir sprichst. Meist nur für Sekunden. Doch davon zehre ich.
Dass ich es liebe, wie du im Augenblick lebst. Dass du nie bereust und nie bedauerst, sondern die Welt und alles was in ihr ist zu jeder Zeit so nimmst, wie es ist. Alles nimmst du bewusst wahr, du genießt, du siehst, doch niemals versuchst du die Zeit zu stoppen. Den Lauf der Welt, den hast du nicht nur erkannt, sondern auch akzeptiert. Du liebst den Augenblick. Und ich liebe dich.
Dass ich bewundere, wie du verstehst. Du nimmst die Menschen, die Dinge und die Welt wie sie sind. Ich weiß, du würdest verstehen was ich dir niemals sagen kann. Ich weiß, du würdest es so nehmen wie es ist, und das Richtige sagen. Selbst wenn du das Falsche fühlst.
Dass es mich zerreisst, weil du niemals wissen wirst. Dass es mich zerfrisst, dass ich niemals wissen werde was wäre, wenn du wüsstest, was ich dir alles sagen will.

Freitag, 10. August 2012

Du bist so!

Wenn du lachst ist es immer ein bisschen zu laut, und irgendwie dreckig. Dein Gesicht spricht zu jeder Zeit Bände und schon bei deinem ersten Wort am Telefon weiß ich, in welcher Stimmung du dich befindest.
Du bist eben irgendwie echt. Du versuchst nicht jemanden darzustellen, oder etwas zu sein. Du bist zu jeder Zeit du, und das findest du ungewöhnlicherweise total okay. 
Wenn du etwas nicht verstehst dann fragst du, statt wissend zu nicken und irgendeine vermeintlich kompetente Rolle zu spielen. Du findest es okay nicht zu wissen, und nicht zu verstehen. Du findest es okay du zu sein, und das gibt mir das Gefühl, dass es okay ist, ich zu sein.

Bereuen kennst du nicht. Auch kein Bedauern. Alles hat seine Zeit, sagst du. Schade, ein Wort das dir kaum über die Lippen kommt. Es ist eben wie es ist. 

Ich glaube, dass du sehr leidenschaftlich sein kannst. Ich glaube, wenn du liebst, dann tust du das mit Haut und Haaren und ich glaube, dass du die Gespräche die ich herbeisehne und die wir nie führen werden sehr genießen würdest.

Du bist immer so wohlwollend. Böse Absichten unterstellst du nie, und wenn du ebendiese irgendwo aufdeckst, dann bist du ehrlich schockiert und enttäuscht. Ich würde dich nie enttäuschen. Bitte gib mir die Chance dich nie zu enttäuschen.

Du glaubst an die Menschen. Mit einer Güte, die an Naivität grenzt. Du bist so menschlich. So ehrlich. Von Lügen hältst du nichts. Auch wenn die Wahrheit mehr weh tut.
Bitte lass mich dir die Wahrheit sagen. 

Bitte lass mich dich lieben, mit all meiner Kraft, mit allem was ich habe, was ich bin und jemals war. Ich möchte dir meine Geschichte erzählen. Bitte hör zu, und lächle mich dabei an. 
Bitte nimm meine Hand und lass mich von dir lernen. Lass mich deine Wärme spüren. Bitte gib mir das Gefühl, von dem ich glaube, dass nur du es mir geben kannst. 
Oder, wenn du das nicht kannst, hilf mir wenigstens dich zu vergessen.